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Drehbuch-Format: was steht wo, und warum so streng
ACTION 1 CHARAKTER 2 DIALOG 3
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Drehbuch-Format: was steht wo, und warum so streng

Slugline, Action, Charakter, Dialog, Parenthetical, Transition. Was jeder Block im Drehbuch macht, wie er aussieht, und warum das Format keine Mode ist sondern eine Vereinbarung mit der Produktion.

Wenn du zum ersten Mal ein Drehbuch öffnest, sieht das aus wie ein Formular. Alles links eingerückt, manches weiter rechts, Namen in Großbuchstaben, Dialoge ungefähr zentriert. Das wirkt willkürlich, bis du verstehst, was jeder Block macht.

Das Format ist nicht Geschmackssache. Es ist eine Vereinbarung mit allen, die das Skript später lesen: Regie, Schauspieler, Kostüm, Aufnahmeleitung. Jeder kann auf der Seite sofort die eine Information rauspflücken, die er braucht. Wenn du das Format brichst, brichst du die Lesbarkeit.

Eine Faustregel zieht sich durch: eine Drehbuchseite entspricht ungefähr einer Minute fertiger Film. Das funktioniert nur, weil das Layout streng ist. Sonst wären Seitenzahlen wertlos für Tagesplanung und Budget.

Slugline

Die Slugline (oder Szenenüberschrift) markiert eine neue Szene. Drei Teile, immer in derselben Reihenfolge:

INT. KÜCHE - NACHT
  • INT. oder EXT. für innen oder außen. Bei Übergängen (Auto durch die Stadt, durchs Fenster gesehen) gibt es INT./EXT..
  • Ort so konkret, dass der Location-Scout etwas damit anfangen kann. Nicht “WOHNUNG”, sondern “MARAS WOHNUNG - WOHNZIMMER”.
  • Zeit meist TAG oder NACHT. Spezifischer (DÄMMERUNG, MORGEN) nur, wenn die Tageszeit dramaturgisch zählt.

Die Slugline trägt alles in Versalien. Kein Punkt am Ende. Bindestrich zwischen den Teilen, kein En-Dash.

Action

Was die Kamera sehen würde, wenn die Szene jetzt liefe. Präsens, knapp:

Mara öffnet den Kühlschrank. Leer. Sie schließt ihn wieder, setzt sich an den Küchentisch.

Action-Blöcke sind kurz. Drei, vier Zeilen, dann ein Absatz. Lange Prosa-Klumpen erschlagen den Lesefluss. Was nicht sichtbar ist, gehört nicht in den Action-Block. Keine Gedanken, keine Backstory, keine Stimmungen, die nur du im Kopf hast.

Was du in Action darfst: Geräusche, wenn sie hörbar sind (“Ein Stuhl kratzt.”). Mimik, wenn sie nicht banal ist. Wichtige Requisiten beim ersten Auftreten in VERSALIEN (“Mara nimmt die ROTE BRIEFTASCHE vom Tisch.”). Dadurch findet die Ausstattung sie später beim Durchblättern.

Charakter und Dialog

Wer spricht, kommt zentriert in Versalien, der Dialog darunter:

MARA

Ich habe darüber nachgedacht.

In der echten Drehbuch-Formatierung sind Charakter-Name und Dialog zwei eigene Blöcke. Der Name ist zentriert, der Dialog rund 25 Zeichen vom linken Rand eingerückt. In ScriptZ siehst du die Blöcke an der Einrückung im Editor und musst dich nicht selber um Spalten kümmern.

Wenn ein Charakter nur als Stimme aus dem Off auftaucht, bekommt er ein (V.O.) (Voiceover) oder (O.S.) (Off-Screen) hinter den Namen:

MARA (V.O.)

Wir kennen uns aus dem Wartezimmer.

Parenthetical

Eine Regieanweisung direkt am Dialog. Das, was die Spielrichtung normalerweise als Vortragston gibt: leise, sarkastisch, lachend. In Klammern, eingerückt zwischen Name und Dialog:

MARA

(leise)

Ich habe darüber nachgedacht.

Parentheticals nutzt du sparsam. Wenn der Dialog gut geschrieben ist, weiß die Schauspielerin selbst, wie sie das sagt. Eine Parenthetical pro Szene reicht meist, oft braucht es keine. Schlechte Drehbücher sind voller (traurig), (wütend), (verwirrt) - das ist nicht dein Job, das ist ihr Job.

Transition

Übergangsangabe am Szenenende: SCHNITT AUF:, BLENDE:, HARTER SCHNITT:. Rechtsbündig, Versalien, Doppelpunkt:

                                                   SCHNITT AUF:

Transitions nutzt du nur, wenn der Schnitt etwas Besonderes ist. Ein Standard-Schnitt zwischen zwei Szenen braucht keine Markierung, das macht die nächste Slugline automatisch. Eine Transition ist ein Stilmittel, kein Pflicht-Element.

Warum so streng

Hinter jedem dieser Blöcke steht eine Produktions-Frage:

  • Die Slugline sagt der Aufnahmeleitung, ob heute Tag oder Nacht gedreht wird, ob die Crew bei Kälte- oder Hitze-Versicherung anrufen muss, ob die Location zu bauen oder zu mieten ist.
  • Der Action-Block sagt Kamera und Ausstattung, was im Bild passieren muss.
  • Dialog geht an die Schauspielerin, wortgenau, weil jedes Wort gelernt wird.
  • Parentheticals geben Regie einen Anker, ohne der Schauspielerin den Raum zu nehmen.
  • Transitions sagen der Postproduktion, dass hier etwas anderes als ein Standard-Schnitt liegen soll.

Wenn du auf der Seite die Hierarchie siehst, sehen sie alle. Wenn du sie verwischst, müssen alle nachfragen.

Was du daraus mitnimmst

Du musst nicht jeden Block-Typ nutzen, um ein gutes Drehbuch zu schreiben. Aber du musst wissen, wofür jeder steht, damit deine Entscheidung, einen wegzulassen, eine Entscheidung ist und kein Versehen.

ScriptZ formatiert die Blöcke automatisch, sobald du den Block-Typ wählst. Die Einrückung, die Versalien, die Zentrierung passieren nebenbei. Du tippst Text, das Tool macht das Format.

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